Grußworte 2018

Grußworte der Schirmherrin Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla

Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla

„Aufklärung schafft Akzeptanz“ ist das Motto des diesjährigen Sommerlochfestivals. Aufklärung ist auch eine klassische Mission von Universitäten. Nicht allein deshalb unterstützt die Technische Universität Braunschweig das Festival und seine Anliegen gern. Auch Vielfalt und Weltoffenheit sind Werte, die uns mit den Initiatorinnen und Initiatoren sowie mit den Teilnehmenden verbinden.

In der Wissenschaft wird viel darüber diskutiert, wie man Studien unabhängig und unbeeinflusst durchführen kann. Dabei geht es auch um eigene Erwartungen und eingeprägte Denkschemata, die man – unabsichtlich – in ein Studiendesign mit einbringt. Wir alle haben Vorurteile. Für die Wissenschaft ist es ganz wichtig, diese Befangenheiten ehrlich zu thematisieren und zu verhindern, dass sie ungerechtfertigt die Ergebnisse beeinflussen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden diskutiert und aus möglichst vielen Perspektiven hinterfragt, bis sie als gesichert anerkannt sind. Je vielfältiger die Zusammensetzung in Studiengängen, Seminaren und Arbeitsgruppen ist, umso besser kann man die eigene Befangenheit reflektieren.
Weltweit und natürlich auch in Braunschweig steht der Christopher Street Day für eine selbstbewusste, offene und fröhliche Kultur der Vielfalt und der Selbstbestimmung. Viele engagierte Menschen haben in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Wir sehen allerdings in anderen Ländern und stellenweise auch in Deutschland, dass Offenheit und Toleranz noch nicht selbstverständlich sind. Es lohnt sich, für diese Werte auf die Straße zu gehen, erst recht zu einer so bunten Veranstaltung wie dem Sommerlochfestival.
Den Organisatorinnen und Organisatoren und allen Teilnehmenden wünsche ich viel Erfolg.
Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla
Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig

 

Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig

© Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen
© Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen

Vom 13. bis zum 28. Juli findet das 23. Sommerlochfestival statt. Unter dem Motto „Aufklärung schafft Akzeptanz“ will der Verein für sexuelle Emanzipation (VSE) verdeutlichen, dass die rechtliche Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Bisexuellen sowie von Menschen mit trans- oder intergeschlechtlichem Hintergrund nicht automatisch eine Kultur der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts schafft. Trotz der erreichten Fortschritte werden immer noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität diskriminiert. Um die immer noch vorhandenen Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz gegenüber gelebter Vielfalt zu stärken, sind weiterhin Aufklärungsarbeit und bildungspolitische Aktivitäten notwendig.

Auf diesem Gebiet hat der VSE in Braunschweig bereits Beachtliches geleistet. Dazu zählen etwa die schwullesbische Jugendarbeit oder das Schulaufklärungsprojekt SCHLAU. Und auch das aktuelle Projekt – die „Regenbogen(straßen)bahn“ – unterstreicht, dass sexuelle und geschlechtliche  Diversität ein ständiger Bestandteil unseres Lebens ist.

Dass Braunschweig ebenfalls für eine offene Gesellschaft steht, haben wir gerade in der letzten Zeit immer wieder verdeutlicht. So wurden 2017 die Zuwendungen für den VSE so weit erhöht, dass der Verein erstmals eine Stelle für die Koordination des ehrenamtlichen Engagements einrichten konnte. Zudem haben wir im vergangenen Dezember alle queeren Gruppen in Braunschweig zu einem Workshop eingeladen, dessen Ergebnisse inzwischen im Internet (www.braunschweig.de/LSBTI) und in einer Broschüre veröffentlicht sind. Last but not least haben wir in den letzten Jahren zum Sommerlochfestival die Regenbogenfahne als Zeichen für Akzeptanz und Diversität vor dem Rathaus gehisst. Sie können sicher sein: Wir werden auch in Zukunft keine Ausgrenzung dulden und uns vehement dafür einsetzen, dass in Braunschweig unterschiedliche Lebensweisen vorbehaltlos akzeptiert werden.

Ich wünsche den Organisatoren ein gelungenes 23. Sommerlochfestival, allen Besucherinnen und Besuchern von nah und fern erlebnisreiche Stunden, neue Erfahrungen und Erkenntnisse sowie ein ausgelassenes Christopher-Street-Day-Wochenende am 27. und 28. Juli in Braunschweig.

Ulrich Markurth
Oberbürgermeister