Vielfalt überwindet Grenzen – Unser Motto 2016

Sommerlochfestival | CSD Braunschweig vom 15. – 30.07.16

Wir begegnen ihnen jeden Tag, wir spüren sie und wir stoßen uns daran: GRENZEN. Sie sind räumlich oder zeitlich, sie schützen uns und geben uns Raum für unsere Persönlichkeit. Sie engen uns aber auch ein und hindern uns an unserem Fortkommen. Manche Grenzen sind absolut und unüberwindbar, andere hingegen lassen sich verschieben oder lösen sich sogar auf. Kurz gesagt: Ohne Grenzen könnte das Zusammenleben in unserer Gesellschaft nicht funktionieren, und doch bereiten Grenzen Probleme. Sie entscheiden über unser Schicksal, darüber, ob man dazugehört und gesellschaftlich anerkannt ist oder außen vorbleibt, ausgegrenzt ist.

Mit unserem Motto „Vielfalt überwindet Grenzen“ wollen wir uns aus unterschiedlichen Blickwinkeln dem Thema Grenzen, aber auch ihrer Überwindung nähern. Mit dem Aspekt der gesellschaftlichen Ausgrenzung beschäftigt sich unter anderem die bereits ab Mitte Juni gezeigte Ausstellung „Kein Recht sie selbst zu sein“, die ein aktuelles Bild von der Situation lesbischer Frauen in der Ukraine zeichnet. Der Vortrag „Queer in Russland“ beleuchtet die Verhältnisse im benachbarten Russland, wo Menschen mit LGBTIQ*-Hintergrund tagtäglich Repressalien ausgesetzt sind.

Um geografische Grenzen und ihre Durchlässigkeit wird in diesen Monaten viel gesprochen und auch gerungen. Nach Schätzungen der UNO-Flüchtlingshilfe sind derzeit weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie nie zuvor. Und nur sehr wenige haben in absehbarer Zeit die Aussicht, wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Jede.r Flüchtende muss sich großen Herausforderungen stellen. Dies gilt erst recht für Geflüchtete mit queerem Hintergrund, egal ob sie ihre Heimat aufgrund der politischen oder rechtlichen Situation verlassen mussten. In Deutschland angekommen werden sie zusätzlich von ihrer eigenen Gemeinschaft ausgegrenzt oder bedroht. Von den Erfahrungen einer jungen Frau, die sich vom Senegal aus auf den Weg nach Deutschland gemacht hat, berichtet die Autorin Maria Braig in ihrer Erzählung „Nennen wir sie Eugenie“. Mit dem spanischen Drama „Der heimliche Freund“ zeigt das QueerCinema die Geschichte einer jungen Liebe zwischen dem bürgerlichen Rafa und seinem von der Abschiebung bedrohten, marokkanischen Freund Ibra. Neben all diesen Erzählungen und Erfahrungsberichten steht aber auch die Frage nach ganz praktischer Hilfe im Fokus. Bereits im Vorfeld des 21. Sommerlochfestivals | CSD Braunschweig startete gemeinsam mit der Braunschweiger AIDS-Hilfe eine Initiative, die Helfende zusammenbringen und Strukturen schaffen will, um queeren Geflüchteten zur Seite zu stehen.

Spätestens am großen Abschlusswochenende zeigen wir gemeinsam mit unserem Schirmherrn Dr. Gregor Gysi, dass Vielfalt und Akzeptanz keine Fremdworte sind und dass es in Braunschweig auch für „Queer Refugees“ heißt: „Welcome!“

Euer Sommerlochfestival-Team 2016