Abfahren auf Vielfalt und Akzeptanz

Die Regenbogenbahn ist auf Braunschweigs Straßen unterwegs

Bereits seit einigen Tagen ist sie auf Braunschweigs Tramgleisen unterwegs, heute Vormittag wurde die Regenbogen-Straßenbahn des Vereins für sexuelle Emanzipation (VSE) e. V. auch ganz offiziell eingeweiht. An der Feierstunde am Hauptbahnhof mit anschließender Sonderfahrt bis zur Hamburger Straße und zurück haben Bürgermeisterin Anke Kaphammel (CDU), Hans Hengelein (LSBTI*-Referent im Niedersächsischen Sozialministerium), Landtagsabgeordneter Detlef Schulz-Hendel (Bündnis 90/Die Grünen) sowie neben zahlreichen Mitgliedern des Rates der Stadt Braunschweig rund 60 weitere Gäste teilgenommen.

Das Straßenbahn-Projekt wurde gemeinsam mit der „Kampagne für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie der Braunschweiger Verkehrs-GmbH realisiert. Begleitend erläutert eine Plakataktion die Bedeutung von LSBTI*. „In vielen Gesprächen machen wir immer wieder die Erfahrung, dass die Menschen oft nicht wissen, was es eigentlich heißt, schwul oder lesbisch zu sein. Bei trans und inter ist es noch deutlich unklarer für viele“, sagt Birgit Sobiech, die das Design der Bahn entworfen hat.

 

Die Gestaltung der Bahn ist auffallend bunt: über einem Farbverlauf in Anlehnung an einen Regenbogen sind Sprechblasen (z. B. „Ich bin schwul“, „Ich bin lesbisch“ oder „Ich bin genauso Mensch wie du“) gesetzt. Von außen betrachtet erwecken sie den Eindruck, dass die Silhouetten der Fahrgäste diese Aussagen über sich treffen. „Uns ist es wichtig aufzuzeigen, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ein ständiger Bestandteil des Lebens ist. Die Sichtbarkeit nicht-heterosexueller Lebensweisen ist dabei eine entscheidende Voraussetzung“, betont Andreas Paruszewski, Vorstandsmitglied im VSE, in seiner Begrüßungsrede.

In den nächsten drei Monaten wird die Regenbogenbahn ein wichtiges Zeichen setzen und für Vielfalt und
Akzeptanz in Braunschweig werben. Um die Bürgerinnen und Bürger gezielt in die Aktion einzubinden, startet am heutigen Tag ein Fotowettbewerb. Gesucht werden die schönsten Bilder mit der Regenbogenbahn, die bis zum 8. April unter #QueerInBS auf Facebook, Twitter oder Instagram gepostet werden. Die Gewinner werden im Anschluss in einer Online-Abstimmung ermittelt, als Hauptpreis winkt ein Reisegutschein im Wert von 250 €.Alle weiteren Einzelheiten sind der Internetseite des VSE www.vsebs.de zu entnehmen.

Warmer Winter vom 26.01. bis 11.02.2018

Bereits zum 12. Mal findet in diesem Jahr der Warmen Winter, die les.bi.schwul.trans* Kulturtage in & um Braunschweig statt.
Wir sind sicher, dass der Warme Winter als „kleiner Bruder“ des Sommerlochfestivals | CSD Braunschweig auch 2018 wieder ein tolles, vielfältiges und interessantes Programm zu bieten hat, um nicht nur in Braunschweig, sondern auch weit über die Grenzen Braunschweigs hinaus bekannt, berühmt und beliebt zu bleiben oder zu werden.
Das Programm findet ihr auf der Warmen Winter Homepage www.warmerwinter.org.
Also: Reinschauen, weitersagen, weiterleiten, teilen, hingehen, kennen lernen, wiedersehen, Gemeinschaft (er)leben!

Jahresendgrüße

Das gesamte Team des Sommerlochfestival │ CSD Braunschweig wünscht Euch und Euren Familien ein besinnliches, friedliches Weihnachtsfest sowie einen guten Start in das neue Jahr 2018!

Allen, die uns im vergangenen Jahr so toll unterstützt haben, möchten wir ganz besonders danken! Auch in der Zukunft wollen wir uns mit Euch zusammen für alle LSBTI*-Menschen engagieren, unabhängig davon, auf welche Weise sie leben und lieben. Unser Motto für das Sommerlochfestival 2018 – „Aufklärung schafft Akzeptanz“ – soll ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.

Wir sehen uns also alle zum nächsten Sommerlochfestival im Juli 2018!

„Aufklärung schafft Akzeptanz“ – das 23. Sommerlochfestival | CSD Braunschweig 2018

Pünktlich zum vergangenen Sommerlochfestival hat das Gesetz zur Öffnung der Ehe für
gleichgeschlechtliche Paare den Deutschen Bundestag passiert. Damit hatte sich eine der
zentralen Forderungen der CSDs in Braunschweig und der gesamten Bundesrepublik erfüllt. Sei
denn nun nicht alles erreicht? Mit dieser Frage haben wir uns daraufhin in zahlreichen Begegnungen und Gesprächen immer wieder auseinandergesetzt.

Eine Antwort war aber schnell gefunden: nein, denn gerade die national-konservativen
Verwerfungen der letzten Zeit haben gezeigt, dass ein erlangtes Recht in Politik und Gesellschaft
auch fest verankert sein muss, um Bestand und Akzeptanz dauerhaft zu sichern. Mit dem
ausdrücklichen Schutz der sexuellen Identität durch den Gleichheitsartikel des Grundgesetzes
wäre hierzu ein wichtiger Schritt getan.

Diesem Anspruch will das 23. Sommerlochfestival | CSD Braunschweig unter dem Motto
„Aufklärung schafft Akzeptanz“ Rechnung tragen. Die rechtliche Gleichstellung kann nur dann zur
Selbstverständlichkeit werden, wenn der Diskriminierung von LSBTTI auch weiterhin mit aktiver
Aufklärungsarbeit und Bildungspolitik begegnet wird. Die Sichtbarkeit nicht-heterosexueller
Lebensweisen ist dabei eine entscheidende Voraussetzung auf diesem Weg, sie wird durch die
Kampagne für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* des Landes Niedersachsen zur Zeit nachhaltig gefördert.

Gemeinsam mit unseren Sponsoren, Partnern und Helfern haben die Planungen für das
kommende Sommerlochfestival begonnen – denn es gibt noch viel zu tun, damit unsere
Gesellschaft auch in Zukunft vielfältig, offen und lebenswert für alle Menschen ist.